MVP Good Games Easy UG

Die MVP Good Games Easy UG ist ein Spielestudio aus der Mecklenburgischen Seenplatte. Sebastian Bodi, Sarah Bodi, Florian Federler und Tom-Willi Klobusinski haben sich dazu entschlossen ihr Startup in der östlichsten Gemeinde des Landkreises zu gründen. Die vier Entwickler arbeiten derzeit an ihrem ersten großen Projekt. Für die Entwicklung eines Lebenssimulations-Prototypen erhalten sie eine Förderung vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. MVP hat sich auch an unserem Game Jam beteiligt. Ihr Einreichung „Das Bee-Team“ haben wir hier kurz vorgestellt.

FRAGEN UND ANTWORTEN ZU MVP

(Stand: 18.06.2020)

Wer seid ihr?

Wir sind ein vierköpfiges Game Developer Team aus dem Bereich Mecklenburgische Seenplatte. Die Vorbereitungen für unser Unternehmen laufen schon seit Jahren, die ersten Konzepte und Pläne stammen noch aus der Schulzeit. Vor gut einem Jahr war dann endlich alles durchdacht, die verschiedensten Herangehensweisen immer und immer wieder durchgekaut worden und keine Entschuldigungen für einen weiteren Aufschub mehr übrig. Im Januar 2019 haben wir den Sprung dann gewagt und unser Unternehmen „MVP Good Games Easy UG (haftungsbeschränkt)“ gegründet.

Was macht MVP?

Wir entwickeln Spiele! Genauer gesagt entwickeln wir momentan an unserem ersten größeren Projekt, einem Prototyp für eine Lebenssimulation. Das mag so in Textform ein bisschen trocken und gar nicht so sehr nach einem Spiel klingen, aber diese Art Simulation ist tatsächlich ein sehr erfolgreiches Spiele-Genre und bietet viel Raum für die Umsetzung von kreativen und neuartigen Ideen.

Wie programmiert ihr eure Spiele?

Wir arbeiten alle im Home Office und verbinden uns über das Internet, um gemeinsam am Code zu arbeiten, Konzepte zu diskutieren oder auch Dateien auszutauschen. Dabei greifen wir auf verschiedene Software-Lösungen zurück, um die räumliche Distanz auszugleichen. Den tatsächlichen Code der Spiele erarbeiten wir lokal auf unseren Computern und synchronisieren dann alles über eine hauseigene Cloud. So kann jeder von uns zu jedem Zeitpunkt aus an dem Projekt arbeiten und seine Ergebnisse dann mit den anderen teilen, ohne dass es zu Fehlern kommt.

Wie finanziert ihr euer Startup?

Da müssen wir zwischen dem Jetzt und der Zukunft unterscheiden. Momentan setzt sich unsere Finanzierung noch aus unseren privaten Mitteln und einer staatlichen Förderung zusammen. Die staatliche Förderung richtete sich direkt an kleine Spieleentwickler wie uns und hätte zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können. In Zukunft soll sich unser Unternehmen natürlich durch den Verkauf unserer Spiele selbst tragen.

Wie ist euer derzeitiger Stand?

Wir befinden uns gerade mitten in der Prototyp-Entwicklung. Aktuell konzentrieren wir uns auf die Darstellung der Charaktere im Spiel. Da geht es um das Art Design, die Animationstechnik und die Art und Weise, wie die Interaktion mit der Spielwelt aussehen soll. Momentan ist es tatsächlich sehr schwierig, etwas von unserem Prototyp zu zeigen, weil er quasi in seine Einzelteile zerlegt auf unserer Werkbank liegt und darauf wartet, dass wir ihn endlich zusammensetzen.

Was steht in der nächsten Zeit an?

Die Erstellung weiterer Einzelteile des Prototyps und danach der Zusammenbau.

Welche Probleme habt ihr gerade?

Vor größeren Problemen sind wir bislang zum Glück verschont geblieben. Die Finanzierung steht und auch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bedeuteten glücklicherweise unterm Strich keine großen Änderungen, da unsere Infrastruktur ohnehin darauf ausgerichtet ist, dass wir arbeiten können, solange wir hin und wieder einen Zugang zum Internet haben. Eigentlich schauen wir nur immer mal wieder ein wenig besorgt auf das Datum, da die Spieleentwicklung wirklich viel Zeit verschlingt und Teile unseres Projektes erst angegangen werden können, wenn die nächste Version der von uns verwendeten Spiele-Engine veröffentlicht wird. Die Spiele-Engine ist sozusagen der Motor, der unter der Oberfläche eines jeden Spiels brummt und viele der Werkzeuge bereitstellt, mit der wir Entwickler unsere Spiele erstellen.

Warum habt ihr euch für euren Standort auf dem Land entschieden?

Das hat sich einfach so ergeben. Wir kommen alle aus dem Bereich um Friedland herum und haben uns dann nach der Schule in ganz Deutschland verteilt. Über das Internet hielten wir dann weiterhin Kontakt und arbeiteten weiter an unseren Plänen. Für uns fühlt sich diese Online-Kommunikation daher einfach sehr natürlich an. Mittlerweile sind wir alle wieder im Lande, aber dennoch haben wir entschieden, dass wir momentan noch kein Büro brauchen. Die Entwicklung von Computerspielen verträgt sich wirklich sehr gut mit der standortunabhängigen Entwicklung, wir sind so extrem flexibel. Außerdem wären die Kosten für ein Büro zum aktuellen Zeitpunkt einfach unnütze Ausgaben. Sobald es sinnvoll erscheint, wollen wir hier in der Gegend zwar ein Büro beziehen, aber wir werden wohl auf dem Land bleiben.

Kann ich mir einige eurer Arbeiten ansehen?

Momentan gibt es von uns noch nicht viel zu sehen. Wir haben vor ein paar Monaten an ein paar Game Jams teilgenommen. Das sind Veranstaltungen, bei denen sich einzelne Entwickler oder Entwicklerteams auf ein Thema einigen, zu dem dann innerhalb recht kurzer Zeit kleine Spiele entwickelt werden. Da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht an unserem Projekt arbeiten durften und erst noch lernen mussten, wirklich gut miteinander zu arbeiten, waren diese kleinen Projekte extrem hilfreich und natürlich auch spaßig. Falls jemand Interesse hat: Unsere Jam Titel sind alle auf https://mvpggez.itch.io/ verfügbar, aber bitte keine perfekt polierten, fertigen Spiele erwarten!

 

Interessanter wird natürlich der Titel, an dem wir gerade arbeiten, aber wie bereits gesagt: Es dauert noch ein Weilchen, bis das Projekt tatsächlich in einem Zustand ist, der wirklich Spaß macht.

Was sind aktuell eure größten Herausforderungen?

Den roten Faden nicht aus dem Fokus zu verlieren. In der Spieleentwicklung kann man nahezu unendlich viel Zeit in jedes einzelne Feature stecken, es immer weiter verbessern oder es manchmal auch gegen ein völlig neues, innovativeres System austauschen. Das birgt natürlich die Gefahr, einzelnen Elementen im Verhältnis zu den anderen zu viel Zeit zu widmen.

Wie sieht euer Arbeitsalltag aus?

Jeder von uns kann seinen Arbeitstag recht frei gestalten. Da bei uns charakterlich quasi von allem was dabei ist, hat jeder von uns seine ganz persönliche Art und Weise, möglichst effektiv an den jeweiligen Aufgaben zu werkeln. Komplett ohne Struktur geht es aber auch bei uns nicht. Deswegen treffen wir uns jeden Tag um Punkt 16 Uhr zu einem Meeting und berichten den anderen, wie es vorangeht und wie die weitere Planung aussieht. Für weitere Diskussionen und gemeinsame Arbeiten haben wir uns außerdem auf eine Kernarbeitszeit geeinigt, in der jeder von uns (online) anwesend sein muss. Da wir allerdings die gleichen Kommunikationsplattformen sowohl für den privaten als auch für den geschäftlichen Bereich verwenden, läuft es schlussendlich darauf hinaus, dass wir uns dort ohnehin ständig über den Weg laufen.